Die Großradaranlage TIRA

Fotomontage des TIRA Systems
Fotomontage des TIRA Systems
Die Großradaranlage des FGAN-FHR, bestehend aus Verfolgungs- und Abbildungsradar (TIRA: Tracking and Imaging Radar) dient als Experimentalträger der Entwicklung und Untersuchung von Radarverfahren zur Erfassung und Aufklärung von Objekten im Weltraum und, in einem gewissen Umfang, in der Atmosphäre. Spezifisch zur Weltraumaufklärung geeignete Radarverfahren werden u.a. für die Verifizierung der Daten orbitaler Systeme benötigt, aber auch zur Erfassung von Weltraumtrümmern und zur Charakterisierung seiner physikalischen Merkmale sowie zur Analyse des Bedrohungspotentials abstürzender Raumflugkörper.

Die notwendige Aufklärungsleistung kann durch Hochauflösung in Entfernung und Dopplerfrequenz, durch Radarbilderzeugung und -auswertung, polarimetrische Verfahren u.a. erreicht werden. Spezifische Probleme der Signalverarbeitung zur Informationsgewinnung sind bedingt durch die oft extremen Zielentfernungen sowie durch komplexe Eigenbewegungen der Objekte und die im allgemeinen unzureichenden Zielmodellvorstellungen.

Zeichnung der Großradaranlage TIRA
Zeichnung der Großradaranlage TIRA
Das TIRA-System gewinnt Radarmeßdaten für die Wellenlängen 22.5 cm (L-Band) und 1.8 cm (Ku-Band). Diese Meßdaten bilden die Datenbasis zur Entwicklung bild- und merkmalsbasierter Klassifizierungs- und Identifizierungsverfahren.

Aus den Radarmeßdaten von Weltraumobjekten können mit den hier entwickelten Verfahren charakteristische Merkmale der Objekte, wie z.B. orbitale Bahnparameter, Eigenbewegung, orbitale Lebensdauer, Objektgröße, Gestalt, ballistischer Koeffizient, Masse und Materialeigenschaften, bestimmt werden.

TIRA besteht aus drei Teilsystemen:
  • Einer Antennenanlage mit einem in Azimut und Elevation beweglichen Parabolreflektor mit einem Aperturdurchmesser von 34 m,
  • einem schmalbandigen, kohärenten Zielverfolgungsradar hoher Leistung mit einer Sendefrequenz im L-Band (1.333 GHz) und
  • einem Zielabbildungsradar mit einer Sendefrequenz im Ku-Band (16.7 GHz), das mit zielauflösender Bandbreite (derzeit 800 MHz) ausgestattet ist.
Alle Systeme werden im Hinblick auf die ständig steigenden Anforderungen an die Aufklärungsleistung geräte- und verfahrenstechnisch angepaßt.

 

 

 
Weitere Informationen zu unseren Forschungsarbeiten mit der Großradaranlage TIRA erhalten Sie unter:

Forschungsfeld "Radar zur Weltraumaufklärung"

Abteilung "Radarverfahren für Weltraumaufklärung"



Kurzfilm des TIRA entstanden im Rahmen der Dreharbeiten des ZDFs für die Dokumentation "Mission X - Duell im Dunkeln".

 

 
[]
 
[]
[]
[]